Zeitplan: Erste Woche und erster Monat
Pflegebedürftigkeit überfordert viele Familien in den ersten Tagen. Dieser Zeitplan hilft bei der Priorisierung. Nicht alles muss sofort erledigt werden.
| Zeitraum | Priorität | Typische Aufgaben |
|---|---|---|
| Tag 1 bis 3 | Sofort | Sichere Versorgung, Medikamente, Notfallkontakte, Krankenhausentlassung organisieren |
| Woche 1 | Hoch | Pflegegrad-Antrag, Hausarzt informieren, Pflegeaufgaben verteilen, Schlüssel klären |
| Woche 2 bis 4 | Mittel | Rechtliche Vorsorge prüfen, Wohnraum absichern, Pflegedienst anfragen |
| Monat 2 | Planung | Leistungen beantragen, Entlastung organisieren, Selbstfürsorge etablieren |
Phase 1: Akutversorgung sicherstellen
Wenn ein Krankenhausaufenthalt endet oder sich der Pflegebedarf plötzlich erhöht, steht zuerst die sichere Versorgung im Vordergrund.
Versorgung organisieren
Phase 2: Dokumente und rechtliche Vorsorge
Ohne wirksame Vollmachten und klare medizinische Vorgaben sind viele Entscheidungen im Ernstfall deutlich schwieriger.
Rechtliche Grundlagen
Phase 3: Wohnraumsicherheit
Die meisten häuslichen Unfälle entstehen durch Stürze. Eine sichere Wohnumgebung entlastet pflegende Angehörige spürbar.
Sicher wohnen
Phase 4: Finanzielle Ansprüche sichern
Viele Leistungen der Pflegeversicherung werden nicht automatisch ausgezahlt. Prüfen Sie jeden Anspruch aktiv.
Leistungen beantragen
Notfallplan und Erreichbarkeit
Ein schriftlicher Notfallplan reduziert Stress in akuten Situationen. Legen Sie folgende Informationen zentral ab (Kühlschrank, Wohnzimmertisch):
- Name und Telefonnummer aller Angehörigen und des Hausarztes
- Medikamentenplan mit Dosierung
- Allergien und wichtige Diagnosen
- Standort von Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht
- Schlüsselverwahrung und Zugang zur Wohnung für Rettungsdienst
- Telefonnummer des ambulanten Pflegedienstes
Selbstfürsorge der Pflegeperson
Pflege ist langfristig körperlich und psychisch belastend. Eigene Erholung ist Voraussetzung für gute Versorgung.
Kurz-Check für pflegende Angehörige
- Gibt es regelmäßige Pausen und Auszeiten?
- Sind Hebe- und Transfertechniken bekannt und alltagstauglich?
- Bestehen soziale Kontakte außerhalb der Pflege?
- Wird Verhinderungspflege oder Entlastungsbudget genutzt?
- Gibt es Ansprechpartner bei Überforderung (Pflegestützpunkt, Selbsthilfe)?
- Wird der eigene Gesundheitszustand ernst genommen (Hausarzt, Rückenschmerzen)?
Hilfreiche Anlaufstellen
Pflegestützpunkt
Kostenlose, neutrale Beratung zu Anträgen, Leistungen und Entlastung. Suche über pflegestuetzpunkt.de
Pflegetelefon des Bundes
030 201 791 31, Mo bis Do 9 bis 18 Uhr, Fr 9 bis 12 Uhr.
SoVD / VdK
Unterstützung bei Widersprüchen und komplexen Leistungsfragen.
Odenwald PflegeBox
Regionaler Ansprechpartner für Pflegehilfsmittel und Direktabrechnung. Kontakt aufnehmen



